Das Bild unter dem Bild…

oder wieviel Farbe verträgt die Leinwand…

Diese Frage stelle ich mir in den letzten Tagen bzw. Wochen bei einer ganz bestimmten Leinwand. Ursprünglich hatte ich im Zusammenhang mit meiner Stierserie Ende 2012/Anfang 2013 einen 150 x 100 cm großen Keilrahmen gebaut und mit einer schweren Leinwand bespannt. Zu den einzelnen Stieren sollte noch ein “Stierkampf” hinzukommen und die Grundierung und Vorzeichnung waren schnell fertig. Hier der damalige Stand:

bullfighting, 2013, 100.150

Artelier13-paintings-golf-II-bullfighting-2015-03-15-001

Das Urteil der Jury des Verbandes bildender Künstler Thüringens , bei dem ich mich um Aufnahme beworben hatte, die Stiere seien zu “dekorativ” bedeuteten damals das Aus für die Weiterführung der Stierserie. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich damals nicht in den erlauchten Kreis aufgenommen wurde, trotz meines Malstudiums an der Freien Kunstakademie Bonn und meiner diversen Ausstellungen mit internationaler Beteiligung.

Das passiert einem, wenn man als Quereinsteiger in seine Heimatstadt zurückkehrt und in der dortigen Kunstszene Fuss fassen will.

Ich habe mich dann bewusst der Porträtmalerei zugewandt und die Leinwand stand lange Zeit unbeachtet in der Ecke. Irgendwann in den letzten Wochen benötigte ich ein solches Format und machte mich daran, die Leinwand mit einem neuen Motiv zu überarbeiten….

untiteld, abstrakt, 100×150

Artelier13-paintig-Golf-II-abstrakt-I-Erfurt-kuechler-Dagmar-2015-03-19-001

Hier gefiel mir dann aber die Farbkombination nicht und die Leinwand erfuhr eine rigorose Behandlung, die wir Künstler manchmal brauchen , um ganz neu beginnen zu können:

Artelier13-paintig-Golf-II-abstrakt-I-Erfurt-kuechler-Dagmar-2015-03-23-001

Inzwischen hatte ich mich für ein weiteres Golfmotiv entschieden…die Vorzeichnungen habe ich gar nicht dokumentiert, da sie weder hoch- noch querformatig meiner Vorstellung entsprachen. Irgendwie dachte ich zu diesem Zeitpunkt, die Leinwand ist verhext….schlechtes Karma von der damaligen Ablehnung…also was tun?

Und dann habe ich einfach Farben angerührt und Drauflosgeschüttet, Laufenlassen und geschaut, was sich nach den Trocknungprozessen für mich daraus ergeben könnte:

Und plötzlich ist sie da, die Magie…das Bild agiert mit mir…..ich kann Formen erkennen…eine Vorstellung nimmt langsam Gestalt an…

 

Ich habe zwar den “bullfight” aufgegeben, aber den “Kampf” mit dem Bild und den Kampf um meine künstlerischen Ziele gewonnen. Und das fertige Bild zeige ich euch in einem nächsten Beitrag….bis dahin… colour your life und lasst euch nicht unterkriegen ;-)

Hier könnt ihr die Wandlung noch einmal in einer Slideshow verfolgen:

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2 Kommentare zu Das Bild unter dem Bild…

  1. Walter Roos sagt:

    Liebe Dagmar,hach,wer will schon Mitglied im BBK sein?? Eine sog.Künstlervereinigung die jahrelang die Entscheidung über die Ausstellungshonorare ausbremste und: als ich mich vor vielen Jahren in der Aachener “bewarb” haben die nicht nur die Bewerbung sondern auch noch meine Mappe verlegt/verloren oder was auch immer. Ich finde,mann/frau kann auch gut ohne dem Verein. Also weiterso und liebe Grüße,Walter

    • dagmar sagt:

      Lieber Walter,
      Genau das habe ich nach ein paar Tagen auch gedacht und bin meinen Weg weiter gegangen, ich kann gar nicht anders….das Malen ist für mich wichtiger als die Befindlichkeiten oder Rivalitätskämpfe einiger Verbandsmitglieder….;-) Das Malen und die Beschäftigu g mit der Kunst bedeutet für mich vor allem auch der Austausch und Diskussion mit Gleichgesinnten,gemeinsam neue Wege zu gehen und nicht das Verteidigen vermeintlicher “Pfründe”
      Liebe Grüße Dagmar

Ich freue mich über feedback, motivierende Worte ebenso wie sachliche Kritik....