Aufräumen… im Kopf…

… und in meinen Ateliers

 

Ich bin ja nicht so der typische chaotische Künstler ala Francis Bacon, der knietief in seinem Atelier durch ausgedrückte Maltuben, Mallappen, Blechbüchsen, Bücher und Undefinierbares watete und lebte.  Ab und zu muss ich einfach Ordnung schaffen. Vor allem dann, wenn für mich ein Thema oder Motiv zeitweilig abgeschlossen ist.

Und genau dieses Gefühl habe ich momentan…. auch wenn mich die Porträtmalerei weiterhin reizen wird, drängt es mich, anderes zu malen. So ein Gedanke oder Gefühl kommt irgendwann in mir auf und dann dauert es aber oft noch Tage, Wochen oder Monate, bis mich ein neues Thema ganz und gar fesselt. In den letzten Wochen bin ich verstärkt mit meinem Fotoapparat unterwegs gewesen, habe in der Natur aber auch im urbanen Raum fotografiert, was gerade mein Interesse weckte. Mit der Zeit kristallisiert sich für mich heraus, dass es generell  Organisches ist… Pflanzen, Bäume, Wasser – unbewegt oder auch fliessend. Ich habe tagelang von ein und der selben Blüte Aufnahmen gemacht, von der Knospe bis zum Verblühen…. , seit einigen Wochen meinen Lieblingsteich zu den unterschiedlichsten Tageszeiten und Witterungsverhältnissen aufgesucht und fotografiert  und beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir ein, dass mich in letzter Zeit auch Menschen im höheren Alter mehr interessieren, als glatte jugendliche Gesichter. Ich denke mein nächstes Thema wird also Metamorphose sein, die Veränderung, Umwandlung von Form und Zustand…. Dabei fallen mir spontan die unterschiedlichsten Ansätze ein, die ich gleich noch notieren werde, um sie in dieses neue Thema aufzunehmen.

Aber jetzt zeige ich Euch noch die Arbeiten der letzten Wochen und Tage, wobei einige Bilder noch nicht ganz fertig sind:

small series “different moods” Kohle auf Papier

2017-09-03 18.00.40

Manchmal muss auch mein Enkelsohn herhalten für kleine schnelle Skizzen -

Florian – Kohle auf Papier

Von diesen 3 Ölbildern ist nur das mittlere blue monday)  fertig…

2017-Akt1e 2017-Akt2b Silvio4

Es wird also weitergehen mit meiner Malerei, möglicherweise anders, als die letzten 3 Jahre mit fast ausschliesslich Porträtmalerei, aber nicht minder spannend.

Deshalb habe ich heute 2 kleinere Leinwände grundiert und eine erste schnelle Studie zu meinem neuen Thema gefertigt:

AmaryllisI

2017-10-02 14.15.51

Wer sich nicht aus seiner Komfortzone bewegt, bleibt stehen und in diesem Sinne bleibt mir bitte weiter gewogen und interessiert und nicht vergessen: “color your life” ;-)

 

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Selfie-Hype oder Mut zur Hässlichkeit….

…meine ganz persönliche Challenge

Anfang Juni kam mir die Idee zu meiner ganz persönlichen Challenge. 20 Selbstporträts in einem jeweils eng gesteckten Zeitrahmen zu malen. Jeweils für 1 Stunde habe ich mir eine Stoppuhr gestellt und einfach mit entsprechendem Aufbau, Spiegel und Beleuchtung begonnen. Wichtig war mir dabei, ein ehrliches Bild von mir zu malen, so, wie ich mich in dem jeweiligen Moment sehe. Dann wurden die Bilder weggepackt und sollten erst nach der Vollendung des 20. Selbstporträts wieder hervor geholt werden.

Ein zwischenzeitlicher Wasserschaden – diesmal kam Abwasser aus meiner Atelierdecke und hatte mir mehr als die Hälfte des Atelierbodens überschwemmt – machte mehrere Zwangspausen nötig. Mehr als drei Wochen  lang konnte ich wegen der aufgestellten Trocknungsgeräte und der damit verbundenen Wärme- und Geräuschentwicklung mein Atelier gar nicht nutzen und malte dann einfach zu Hause weiter. Schlussendlich sind es 18 Selbstporträts geworden, die meine unterschiedlichen Gemütslagen für mich erkennbar sehr deutlich und gut widerspiegeln. 2 Arbeiten sind leider dem Wasserschaden zum Opfer gefallen und waren nicht mehr zu retten.

Beim Auslegen bzw. Nebeneinanderlegen der einzelnen Porträts kam ich selbst aus dem Staunen nicht heraus. Ich kann mich genau an  meine ganz persönliche Stimmung und Befindlichkeit am jeweiligen Tag erinnern und im Überblick stelle ich für mich fest, wie kritisch frau sich selbst betrachtet. Natürlich hätte ich versuchen können, das immer gleiche Selbstbildnis zu erzeugen, aber mir war wichtig, mein Inneres zu Erkennen und meine  Gefühlslage wiederzugeben, auch wenn es mir an machen Tagen schwer fiel, überhaupt zu Pinsel und Farbe zu greifen.. Mit Frust im Bauch malt es sich anders, als an einem Tag mit guter Laune und Lebensfreude. Aber wie schon gesagt, wenn ich schöne Bilder gewollt hätte, hätte ich Photoshop verwenden können.

Denn was so allgemein in den sozialen Netzwerken an Selfies verbreitet wird, ist sicher oft “gephotoshopt” und dem Bedürfnis nach Anerkennung geschuldet. Aber bei dieser Challenge ging es mir nur um meine Eigenwahrnehmung und welch schönere Anerkennung kann man bekommen, als die einer befreundeten Künstlerkollegin die im Kommentar meines letzten Beitrages schrieb:

“Hallo Dagmar, Gratulation zur Beendigung deiner Selfie-Sellbstbildnis Challenge! Ich bin beeindruckt von deiner Ausdauer, deinem Engagement und Mut dich mit dir selbst malerisch auseinander zusetzen! Und dies ganz anders als bei den Selfies, nicht mit dem stereotypen “Schöngesicht” , sondern auch mit dem häufigen Schock, der (zumindest mich) frau an manchem Tag trifft, wenn sie ungeschminkt, ungeschönt und unbelächelt quasi “in Natur” in den Spiegel schaut!…”  Vielen Dank liebe Gerrit für Deine Worte.

In den vergangenen Tagen habe ich eine kleine Studie zu unterschiedlichen Stimmungen gezeichnet, die ich hier als nächstes zeigen werde. Also bleibt gespannt und colour your Life ;-)

 

 

 

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Der Selfie – Hype….

oder ein immer verfügbares Model für die Künstlerin…

Ich lasse mich ja von jeher nicht gern fotografieren, finde mich nicht fotogen und meide nach Möglichkeit Situationen, in denen frau bewusst fotografiert wird. Daher kann ich den Hype um Selfies auch nicht verstehen oder dass sich Künstlerinnen permanent mit und vor ihren Kunstwerken fotografieren lassen oder per Selbstauslöser Fotos schießen. Mir fehlt so jeder Hang zum Narzismus.

Nichtsdestotrotz habe ich eine ganz persönliche Challenge begonnen, nämlich 20 Selbstporträts mit Spiegel, also nicht von Fotos in begrenzter Zeit zu malen. Ich bin mir jederzeit selbst verfügbar und es reizt mich zu sehen, wie sich Befindlichkeiten und Stimmungen in den Arbeiten ausdrücken werden. Einige vorab gepostete Ergebnisse stiessen auf unterschiedliche Resonanz : “…du bist in natura viel schöner, so siehst du nicht aus, du siehst dich selbst zu streng….” waren Anmerkungen von verschiedenen Seiten, wobei diese überwiegend von “Nichtkünstlern kamen. Dass man nicht zwingend ein schönes Bild von sich  malen möchte (dafür könnte man Photoshop verwenden), sondern dass es um die malerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich geht, ist möglicherweise Laien nicht so leicht zu vermitteln.

Inzwischen bin ich bei Nr. 13 angelangt. Ich bin selbst gespannt, wie diese Selbstporträts in Summe wirken werden, da ich das jeweilige Tagesporträt sofort in meinen Zeichenschrank lege und erst nach Vollendung des 20. alle zusammen anschauen werde.

Hier mal ein kurzer Eindruck, wie das Ergebnis so einer 1-stündigen Session aussieht :-)

2017-05-24 16.05.10

In diesem Sinne seit mit mir gespannt und bis dahin : colour your life.

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Staub gewischt und durchgelüftet….

… es geht wieder los

Hier auf meinem Blog war lange Funkstille, was nicht heisst, dass ich nicht künstlerisch gearbeitet habe. Aber eben nur mit halber Kraft.

trotzdem ist einiges entstanden, was ich Euch nicht vorenthalten will….

Hier also eine kleine Auswahl aus den letzten Monaten und Wochen in Öl, Acryl Kohle und , und , und….

ein paar Porträts in kleinem Format, Öl auf Leinwand…

einige Acrylarbeiten unterschiedlicher Formate auf Papier und Leinwand…

 

auch die kleinen skizzenhaften Porträts in Tusche und Aquarell habe ich fortgeführt….

und  Bewegungsskizzen ebenfalls in Tusche und Aquarell…

und Experimente in Kohle und mixed Media, verschiedene Kreidearten kombiniert sowie Acryl zusammen mit Kohle….

Ich hoffe, es war nach der langen Funkstille nicht zuviel des Guten. Auf mein neues Projekt dürft Ihr gespannt sein…davon bald mehr und in diesem Sinne…colour your life!!!

 

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Schon ein paar Tage alt….

ist das neue Jahr inzwischen…

Und eigentlich hatte ich mir für die freien Tage zwischen den Feiertagen einiges vorgenommen. Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt….

Nach dem Vorweihnachtsstress im Geschäft habe ich es gerade noch bis zur Bescherung und der vorgezogenen Feiertagsgans geschafft, um mich dann mit einer gepflegten Erkältung und Mandelentzündung ins Bett zu legen. Also wurde auch nichts aus dem Schwelgen in Farben, sondern Schlafen, Schlafen und nochmal Schlafen…..

Dementsprechend haben wir das neue Jahr auch ganz moderat und gemütlich begrüßt, was den Vorteil hatte, dass kein Kater bekämpft werden musste.  Die erzwungene Ruhephase habe ich genutzt, mich durch verschiedene andere Künstler-Blogs zu lesen und dort u.a. einen nützlichen Tip gefunden -  nämlich, dass man den Rotring-Artpen statt mit den  herkömmlichen Tintenpatronen mit einem Konverter versehen und dadurch mit wasserfester Tusche zeichnen kann. Also habe ich mir diese für meine beiden Artpens bestellt und noch im Bett bzw. auf der Couch  ausprobiert. Dabei entstehen nun kleine Porträts im Skizzenbuch, die sich prima Aquarellieren lassen, ohne dass die Tusche verläuft.

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Das ist ein guter Weg Neues auszuprobieren, wenn die Zeit für größere Arbeiten fehlt und ich werde es auf verschiedenen Papierarten weiter fortführen.

In diesem Sinne bleibt weiter neugierig und colour your life…. ;-)

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Alle Jahre wieder….

kommt Weihnachten für viele Menschen vollkommen überraschend….

und so bleibt mir im Moment keine Zeit für ausgiebige Malsessions. Mein Atelier bleibt  seit Wochen ungeheizt, weil ich im vorweihnachtlichen Stress natürlich in unserer Firma verstärkt gebraucht werde, was wiederum auch gut und wichtig ist.

Allerdings fehlt es mir, einfach mal mehrere Tage so drauflos malen zu können. Was bleibt sind ein paar Stunden am Wochenende oder kleine Pausen mal zwischendurch. Dann gibt es ja auch noch die Zeit, die man mit Familie und Freunden verbringen möchte und die notwendigen persönlichen Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest.

Zeit für einen Kinobesuch habe ich mir mit einer Freundin aber trotzdem genommen und wir waren beide begeistert von “Schiele – Der Tod und das Mädchen”  …einem atmosphärischen Film über das kurze Leben des Egon Schiele, herausragend gespielt von z.T, österreichischen Jungschauspielern. Am 15. Dezember kommt quasi als Gegenstück “Paula” , ein biografischer Film über Paula Modersohn-Becker in’s Kino und den wollen wir uns trotz Vorweihnachtsstress nicht entgehen lassen.

In meinem kleinen Home-Dachatelier habe ich aber zumindest das begonnene Porträt des letzten Blogeintrages beendet und ein Porträt von Barack Obama begonnen. Warum Obama?… Nun er war ja in den letzten Wochen seiner Amtszeit noch recht präsent in den unterschiedlichsten Medien und bei einem Fernsehauftritt war er da, der “magische” Moment, wenn irgendetwas in mir “Klick” macht und ich plötzlich das Bedürfnis habe, genau diese Person bzw. meine Sicht auf diese Person zu malen.

Und trotz Zeitmangels entstehen natürlich zwischendurch kleine Skizzen, ob beim Arztbesuch oder beim Zappen auf Youtube, wo man wunderbare schnelle Bewegungsabläufe skizzieren kann.

Hier also ein kleiner Querschnitt der nicht ganz so ergebnisreichen letzten Wochen:

oil on canvas, je 40 x 50

 

Schnelle Bewegungsskizzen aus Youtube:

 

Skizzen aus dem Wartezimmer:

Damit wünsche ich euch allen einen zauberhaften 2. Advent und nicht vergessen: color your life…..

 

 

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Wenn Malen leichter als Schreiben fällt…..

…sprechen die Bilder für sich

In den letzten Wochen  war mir wenig nach Reden oder Schreiben. Einige familiäre Probleme und schlaflose Nächte liessen mich jedesmal sprachlos vor  dem Blogeintrag kapitulieren.

Am besten geht es mir in solchen Momenten im Atelier, bei meinen Farben, Leinwänden und Pinseln und so ist doch auch einiges Zustande gekommen. Neben kleinen Acrylstudien und Kohlezeichnungen geht es weiter mit Ölmalerei und ich habe mir meine beiden Lieblingsmodelle, die auch jederzeit verfügbar sind wieder einmal vorgenommen. Es ist schon spannend zu sehen, wie sich auch die Arbeiten verändern. Gerade Jaques male ich nun seit mehr als 3 Jahren immer und immer wieder.

“cool, down II” ist inzwischen auch fertig (ich hatte es in einem früheren Blogbeitrag schon in progress vorgestelt:

2016-09-29 20.49.36

Schnelle, zeitlich begrenzte Acrylstudien machen immer aufs Neue Spass; auch von denen gab es schon einige in einem früheren Blogbeitrag:

Zu Hause auf der Couch abends beim Fernsehen gehen auch schnelle Skizzen in Graphit und Kohle:

Und das sind die beiden Ölbilder, an denen ich gerade arbeite:

Jaques005 Heike_2016_10_008

Und eine Zeichnung noch von heute etwas großformatiger 58 x 42 auf Kraftpapier.

David_2016

Ihr seht, ich bin nicht untätig und damit wünsche ich ein entspanntes und erholsames Wochenende und hoffentlich ohne weitere große Unterbrechung. Bleibt neugierig und color your life…. ;-)

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